Ohrkorrektur
Gründe
Wenn der elastische Knorpel, der die Form der Ohrmuschel bestimmt, nicht genügend oder überhaupt nicht gefaltet ist, steht das Ohr in einem zu großen Winkel vom Kopf ab. Dies wird häufig als ästhetisch störend empfunden. Auch Unfälle oder Erkrankungen können eine Deformation der Ohren zur Folge haben.
Behandlungsmethoden
Abstehende Ohren können in jedem Alter operiert werden, vorzugsweise im bzw. bis zum 6. Lebensjahr. Meist geschieht dies ambulant und nur unter örtlicher Betäubung. Zuerst wird der Knorpel mit einem verdeckten Schnitt auf der Rückseite der Ohrmuschel freigelegt. Anschließend wird der Knorpel geformt, verkleinert oder abgeschliffen, eventuell wird auch ein Stück Haut entfernt. Gleichzeitig können auch allfällige Unregelmäßigkeiten am Ohrmuschelrand („Darwin-Höcker“) mitkorrigiert werden. Danach wird die Wunde mit einer feinen Naht verschlossen.
Soll gleichzeitig auch eine Verkleinerung der Ohrmuschel vorgenommen werden, muss noch ein zusätzlicher Schnitt im oberen Teil des Ohrs gemacht werden.
Ergebnisse
Gerade bei Kindern, die wegen abstehender Ohren häufig gehänselt werden, verursacht diese an sich harmlose Deformation häufig Schamgefühle, Depressionen und Schüchternheit. Daher kann eine Korrektur wesentlich zu einem größeren Selbstvertrauen und psychischer Stabilität beitragen. Sie sollte dann idealerweise noch vor Schulbeginn erfolgen. Mit anliegenden Ohren wirkt ein Gesicht ebenmäßiger und harmonischer. Da bei keinem Menschen beide Ohren absolut symmetrisch sind, wird auch eine Operation eine perfekte Symmetrie weder anstreben noch erreichen.
In seltenen Fällen (bei Narbenzug oder Abstoßung der Fäden) kann es sein, dass nach einiger Zeit die Ohren wieder abstehen oder zu eng am Kopf anliegen. Dies kann jedoch durch eine Nachoperation verbessert werden.
Dauer der Beeinträchtigung
Für einige Tage können leichte Schwellungen und Blutergüsse rund um die Operationsstelle auftreten. Sie bilden sich allerdings relativ rasch zurück. Nach ca. 10 Tagen werden die Nähte entfernt. Drei bis vier Wochen lang sollte – besonders beim Schlafen – ein haubenartiger Verband oder ein breites, weiches Stirnband getragen werden, damit die Ohrmuschel nicht abgeknickt wird. Eine Restschwellung bildet sich nach rund sechs Wochen zurück, dann ist die endgültige Ohrform erreicht.
Auch bei normaler Wundheilung und Narbenbildung können die Narben noch längere Zeit gerötet und verhärtet sein. Sie verblassen aber im Normalfall im Lauf der Zeit.
Risiken
Bei entsprechender Veranlagung kann es zu Narbenwucherungen mit Hautverfärbungen oder zu schrumpfenden Narben mit Bewegungseinschränkung kommen. Beides kann schmerzhaft und ästhetisch störend sein, aber in vielen Fällen mit Massagen und Salben behandelt werden. In einigen Fällen kann eine neuerliche Operation nötig werden.
Weitere Risiken sind eine Abstoßung des Nahtmaterials, Gefühlsstörungen durch verletzte Nerven oder Druckstellen mit Durchblutungsstörungen durch den Verband.
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen außerdem Risiken von Unverträglichkeit, Überempfindlichkeit, Narkoseschäden, Thrombosen oder Embolien. Schwerwiegende Komplikationen sind jedoch äußerst selten.
Im gemeinsamen Beratungsgespräch werden alle Fragen diesbezüglich ausführlich besprochen und beantwortet, die Risikofaktoren und individuellen Voraussetzungen für die Operation werden genauestens abgeklärt.

