Gynäkomastie-Operationen („männliche Brust“)

Gründe

Man unterscheidet zwischen echter und unechter Gynäkomastie.
Die unechte Gynäkomastie kann eine Alterserscheinung (durch Gewebeerschlaffung, aber auch eine Folge von Übergewicht sein.
Die echte Gynäkomastie ist eine krankhafte, aber gutartige Veränderung der männlichen Brustdrüsen. In den meisten Fällen tritt sie auf, wenn ein Mangel an männlichen Hormonen oder ein Überschuss an weiblichen Hormonen besteht. Sie kann auch durch chronische Erkrankungen (wie etwa Leberzirrhose), aber auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente ausgelöst werden.
In vielen Fällen handelt es sich um eine vorübergehende hormonelle Störung, die sich von selbst wieder zurückbildet. Ist dies nicht der Fall, kann noch versucht werden, der Gynäkomastie medikamentös entgegenzuwirken. Bildet sich das Brustgewebe auch in diesem Fall nicht zurück, kann eine operative Entfernung des Gewebes einen Ausweg bieten.

Behandlungsmethoden

Der Gynäkomastie kann, je nach Art und Beschaffenheit des Gewebes, auf zweierlei Arten entgegengewirkt werden:

  • Fettabsaugung (Tumeszenz-Absaugung)
  • Gewebeentfernung: bei knotigem Gewebe

Bei der Tumeszenz-Absaugung  wird das Gewebe erst mit einer speziellen Flüssigkeit gespült und dann durch eine feine Kanüle abgesaugt.
Befindet sich verhärtetes Gewebe unter der Haut, kann dieses durch einen größeren Schnitt entfernt werden. Die Größe des Schnittes hängt von der Menge des entfernten Gewebes und vom Überschuss an Haut ab. Ist die männliche Brust sehr ausgeprägt, kann eine Verpflanzung der Brustwarze notwendig sein. Hierfür muss ein Schnitt um den Warzenhof gezogen werden.
Die Operationen finden unter Vollnarkose statt.

Ergebnisse

Durch die Behandlung der Gynäkomastie soll der Patient wieder eine flache, männliche Brust erhalten. Da die oft starke psychische Belastung vom Patienten abfällt, kann wieder eine höhere Lebensqualität erreicht werden.

Dauer der Beeinträchtigung

Es kann zur Bildung von Schwellungen und Blutergüssen kommen, die in der Regel aber nach einiger Zeit abklingen.
In den ersten 8 Tagen darf die Operationsnaht keinesfalls mit Wasser in Berührung kommen. In den ersten 4-6 Wochen nach der Operation muss Tag und Nacht ein Kompressionsmieder getragen werden, welches nur zum Duschen abgenommen wird. Sportliche Aktivitäten und körperliche Arbeit dürfen frühestens nach diesem Zeitraum wieder vorsichtig aufgenommen werden. Direkte Sonneneinstrahlung (auch Solarium!) auf die Operationsnaht sollte für mindestens 3 Monate vermieden werden.
Auf den Genuss von Alkohol und Zigaretten sollte verzichtet werden.

Risiken

Nach dem Eingriff können Schwellungen und Blutergüsse entstehen, die aber nach einiger Zeit wieder abklingen sollten. Es kann zu Empfindungsstörungen der Brustwarze und des umliegenden Bereichs kommen, die in seltenen Fällen dauerhaft sein können. Weiters kann es ebenfalls selten zu einem Verlust der Brustwarze kommen.
Außerdem können sich Dellen bilden oder gewisse Asymmetrien entstehen, die aber durch eine Nachoperation korrigiert werden können.